An das neue Jahr

Veröffentlicht auf von Mika

Heyho 2011. *gähn*

Bin grad noch gar nicht in der Lage, dich ausreichend zu betrachten und zu würdigen, hoffe du verzeihst mir das. Liegt an der Müdigkeit, die dein Auftauchen hinterlassen hat, deine Willkommensparty war echt spaßig, aber dazu später mehr. Ich bin evtl auch einfach nur noch etwas vorsichtig. Dein Vorgänger sollte so einiges möglich machen und ich hab viele Erwartungen da reingesetzt, aber dann ging alles den Bach runter - jetzt hab ich etwas Angst, dass ihr irgendwo verwandt seid oder so - is nix persönliches.

 

Ich bin bereit, dir total unvoreingenommen gegenüberzutreten. Schätze, 2010 hat das auch nicht persönlich gemeint, I guess, shit happens. Diesmal wars nur wirklich nicht so lustig und ein bißchen sitzt mir das alles noch in den Knochen. Weißt, ich hab mir schon gedacht, 2010 würde Veränderung bringen. Das fing schon ganz seltsam an. Blöderweise mit vielen negativen News. Blöde Krankheiten in der Familie, Krebs bei meinem Dad. Das hat mir Angst gemacht.

Aber zum Glück ist das wieder gut geworden, puh. Blöder Schocker zu Beginn, evtl sollte mich das auch einfach nur vorbereiten.

Dabei hab ich gedacht, die Veränderungen werden zwar einschneidend, aber dennoch nicht so schlimm. Im Frühjahr 2010 war ich mit K. drüben in L., Wohnungen angucken. Eigentlich hatten wir vor, hier die Zelte abzubrechen. Das hätte für mich einen extremen Neuanfang bedeutet. Evtl war ich auch selbst schuld, ich glaube, ich war einfach auch noch nicht so weit. Das war wohl auch ein großer Faktor für das, was danach kam.

 

Die ersten Monate 2010 waren ziemlich anstrengend. Schätze die ganzen kleinen Dinge haben mich in die Richtung eines Burnouts getrieben. Ich war emotional ziemlich am Limit, hab Zeugs zur Beruhigung von meinem Doc verschrieben bekommen, weil ich ständig so fertig war und es mir nicht gut ging. Doch anstatt dass es besser wurde, hat 2010 quasi in der Mitte erstmal richtig zugeschlagen.

01. Juni 2010. Unterscheidet sich so im nachhinein vom Gefühl her kaum vom 01.04.2004.

Wird auf jeden Fall auch so ein Tag sein, den ich jetzt - so wie die meisten danach - versuche, aus meinem Leben zu radieren, weil mir jede Körperzelle weh tut, wenn ich nur versuche, dran zu denken.

 

Collapsing like houses of cards
and landing on splinters and glass...

 

Innerhalb von einigen Stunden nur lag alles, was mir jahrelang das wichtigste war, meine Basis, in Schutt und Asche und zurück blieb nur eine rauchende Ruine. Und alles nur wegen so ein paar Worten. Eigentlich so harmlosen Worten. Die Worte "Ich weiß es nicht" auf eine Frage, die wichtig für mein Überleben gewesen wäre. Eine zu lange Pause zwischen Frage und Antwort. Das große Loch der Verzweiflung, in was man fällt, wenn grad das Leben aus den Fugen gerissen wird. Der Boden, der wegbricht, weil er dünn geworden ist und man sich zu sehr drauf verlassen hat, dass er niemals wieder einbrechen wird. Und der freie Fall in die unbekannte Schwärze.

 

Ich hab die Zeit danach eher wie im Trance verlebt, weil mich die Angst vor dem Leben nur noch gelähmt hat. So sehr, bis mein Doc mir Stimmungsaufheller verschrieben hat, um mich aus meiner "Lebenskrise" zu holen, bevor ich das Duell mit meiner Angst verliere. Das Duell gegen mich selbst.

 

Die Therapie hab ich nicht gemacht. Denn weißt du was? Das Gute an 2010 war, dass es mich gezwungen hat, stark zu sein und selbst zu gehen, als es mir meine Stütze nahm. Das war eine harte Arbeit. 2010 war viel Arbeit an mir selbst. Ich hab gelernt, dass ich allein sein kann und mir das sogar gut tut.

Ich hab gelernt, mir mein eigenes Zuhause zu schaffen. Ich liebe meine neue Wohnung hier, die hat mich wohl auch vor viel Elend bewahrt, das ist hier wie meine Höhle zum Wunden lecken. Ich konnte mich hier rehabilitieren, obwohl ich nicht geglaubt hätte, dass das möglich ist, weil ich so lange das Gefühl hatte, jemand hätte mir der Herz aus dem Leib gerissen und darin wäre nur noch ein dunkles, schmerzendes Loch.

 

2010 hat mich wieder mehr auf mich fokussiert. War ja dann keiner mehr da wie die 9 Jahre davor. Nur ich und ich und ich. Dabei ist vieles an eine Oberfläche gekommen, vieles, an dem ich arbeiten musste. Und auch wieder neue Löcher, in die man fallen konnte. Das war wirklich anstrengend, aber auch aufschlussreich. Ich glaube, das war notwendig, weswegen das Jahr vermutlich sein musste, um Baustellen zu fixen. Oder mich nur mal wieder daran zu erinnern und darauf zu besinnen, dass ich schon mal wieder aufgestanden bin. Und auch nicht wirklich alleine bin. ;-)

 

In der Hinsicht hat 2010 mir auch viel gezeigt.

Es ist schön zu wissen, dass man bei einem solchen Sturz ins Bodenlose aufgefangen wird. Meinen Eltern gebührt hier wohl ein sehr großer Dankesanteil. Fühlt sich böse an, kein Zuhause mehr zu haben plötzlich und wenn man dann mit einigen wenigen Habseligkeiten ins alte Zimmer einzieht, was mittlerweile der Raum für die LKW-Sammlung meines Dads ist, weiß man trotzdem immer noch, dass man irgendwo immer ein Zuhause haben wird. <3

Und nie alleine ist.

 

Saint möcht ich danach danken. Für den Trost beim Ausheulen, fürs Mutmachen und Aufbauen. Fürs exzessive Ablenken und mich aus meinem Elend in die Welt schleppen; bzw eher nach Holland, aber das war genau richtig - und nein, nicht nur wegen dem Dope. *löl* Ich hab das Meer gesehen. Und für ein paar Tage vergessen, dass mir alles weh tut. Das war der schönste Kurztrip, den ich je gemacht hab und ich werd das nie vergessen.

 

Alle Leute aufzuzählen, die für mich da gewesen sind in der blöden Zeit, würd jetzt hier den Rahmen sprengen. U know who you are ;-*

Hat jeder irgendwie wieder ein Stückchen in die Leere wieder eingesetzt und dazu beigetragen, dass ich nicht gänzlich durchgedreht bin in den Stunden, wo man gar nichts weiter machen kann, als zu warten, bis man das Licht wieder sehen kann.

 

Tja, 2011 - du siehst, leider, ich hab schon wieder große Erwartungen. Vl sollte ich mir das abgewöhnen, aber ganz ehrlich, vl verstehst du das auch: ich hab keine Lust mehr. Ich will endlich wieder lachen. Will mich wieder vollständig fühlen und nicht am Herzen amputiert. Du hast ja auch noch ne Weile Zeit, ich bin ja nicht so. 2010 war meine Lektion in Geduld. Aber lass dir bitte nicht mehr so viel Zeit, das ist alles so eine Verschwendung und ich hab noch so viel vor. Ich würde dich so gern mal nutzen, endlich wieder richtig zu leben.

Dein Vorgänger hat mir vor Augen gehalten, was falsch gelaufen ist.

Ich brauch dich dafür, es wieder richtig zu machen.

 

Wenn du das auch so siehst, werden wir gute Freunde werden, du und ich. Guck, ich mag Dinge mit Schnapszahlen drin. :P We're buddies, right? Komm, wir trinken nen Kakao.

 

*chrhr*

Veröffentlicht in Things2Say

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