I'm glad you made it
Es ist gerade mal ein paar Tage her, als ich, von blödem Zahnweh geplagt, auf dem Sofa gesessen hab, den Lappy vor mir, der Fernseher lief und zeigte irgendwas Belangloses zum Berieseln, mir gings beschissen. Dachte ich.
Natürlich wusste ich, dass es irgendwo auf der Welt sicher Menschen gibt, denen es weitaus beschissener geht als mir, und die sich liebend gern den ganzen Tag Zahnschmerzen wünschen würden, wenn sie dadurch mit mir tauschen könnten - aber wie das eben so ist: zunächst ist man sich selbst der nächste und solcherlei Gedanken kommen einem gar nicht erst, wenn man so schön im Selbstmitleid versunken ist. -_-
Ich weiß gar nicht mehr, welche Intention ich hatte, als ich ihren Blog angeklickt habe. Ich war sowieso total neben der Spur und mir wars egal was ich lesen würde, hauptsache es würde mich mal ein paar Minuten von dem Pochen in meinem Kiefer ablenken. Und das tat es dann auch - und sorgte obendrein dafür, dass ich für eine Weile ne gehörige Portion Selbsthass abbekam, weil ich wie so'n Jaul-Emo aufm Sofa rumhing, mir so verflucht leid tat und Dinge über Schmerzskalen schrieb, bei denen eine 9,5 auf meiner Messlatte grad mal bei anderen knapp die 4 touchiert, weil man für manches ganz andere Dimensionen braucht. Shame on me, echt. Bööh!
Was ich dort gelesen hab, hat mich wirklich berührt. Und hätte ich nen Hut aufgehabt, hätte ich ihn gezogen - und noch alle Hüte, die ich sonst noch irgendwo gefunden hätte, weil diese 42jährige Frau, die dort im Krankenhaus gegen den Krebs kämpfte, trotz allem niemals jamerte, niemals den Mut verlor, und einfach so unglaublich war, dass es mich erschüttert hat.
Ja, war.
Die letzten Tage war es ruhig, auf ihrem Blog, der letzte Eintrag war vom 18.10.. Ich habe öfter mal vorbeigeschaut, mir seit Dienstag bereits Sorgen gemacht. Sowas Blödes, echt - ich kenn die Frau gar nicht. Ich hab ihren kurzen Leidensweg seit ca Ende August in ein paar Blogeinträgen verfolgt und das nichtmal wochenlang, sondern geballt an einem Tag, sie könnte mir fremder eigentlich gar nicht sein! - aber ich hab mir trotzdem Sorgen gemacht. Weil ich sie irgendwie so sympathisch fand, wie sie davon erzählte, dass die Medikamente gegen ihre Höllenschmerzen dafür sorgen, dass ihr Bauch sich so schlimm aufbläht und sie Visionen davon hat, wie sie unter der Decke schwebt. Immer mit nem Smiley dahinter. :-) Sie wollte nicht aufgeben. Und ständig gab es Rückschläge, noch mehr Schmerzen, Lähmungen. Aber sie machte weiter Smileys. Und hatte Hoffnung. Und selbst als sie für sich selbst erkannte, dass es langsam zuende ging, weinte sie zwar - aber sie jammerte nicht. Mein Respekt vor ihr ist wirklich grenzenlos.
Als ich vorhin bei ihr vorbeischaute, hab ichs dann gelesen. Dass sies geschafft hat. Und gestern abend, um kurz nach 22 Uhr gestorben ist. Und jetzt sitze ich hier und könnte heulen, weil mich die Nachricht irgendwie eben frontal getroffen hat und ich vl im Hinterkopf immer dachte, dass Menschen mit solchen "positive Vibrations" keinen solchen Kampf verlieren sollten. Oder ich habe irgendwie geglaubt, dass Menschen, die ein Onlinetagebuch führen, einfach nicht sterben können, weil doch so viele andere an ihrem Leben teilhaben und... hm. Ich weiß auch nicht. Vielleicht muss ich auch grad realisieren, dass dies die Realität ist. Und in Blogform gepresste Geschichten anderer Menschen, so fremd sie auch sind, alle Ausschnitte aus Leben sind, die gerade passieren - keine Filme. Nichts mit Happy End. Und alle mit offenem Ende.
In Hinblick auf die Schmerzen, den kompletten Leidesweg (zum "Glück" nur ein paar wenige Wochen, so wie's zuletzt klang, es schien doch sehr schnell gegangen zu sein - anders als bei meinem Onkel, der 12 Jahre an Leukämie litt bevor er starb) bin ich zumindest glücklich, dass es nun zuende ist.
Liebe M.,
ich wollte dir danken, dass du diese letzte Episode deines Lebens aufgeschrieben hast, um sie zu teilen. Das zu lesen, hat dafür gesorgt, dass ich einiges wieder in die richtigen Relationen bringen konnte und ich bewundere dich für deine Kraft und deinen Mut, deine Energie und den Willen, nie aufzugeben, egal wie hart das Leben zuschlägt.
Ich bin irgendwie glücklich, dich kurz "getroffen" zu haben, wenn auch nur für einen ganz kurzen Moment. Du hast auf jeden Fall etwas hinterlassen, was mir ein großes Stück bei mir selbst geholfen hat.
Ich wünsche dir da oben alles Gute und freu mich für dich.
Und deinen Hinterbliebenen wünsche ich deine Stärke.
I'm glad you made it.
Natürlich wusste ich, dass es irgendwo auf der Welt sicher Menschen gibt, denen es weitaus beschissener geht als mir, und die sich liebend gern den ganzen Tag Zahnschmerzen wünschen würden, wenn sie dadurch mit mir tauschen könnten - aber wie das eben so ist: zunächst ist man sich selbst der nächste und solcherlei Gedanken kommen einem gar nicht erst, wenn man so schön im Selbstmitleid versunken ist. -_-
Ich weiß gar nicht mehr, welche Intention ich hatte, als ich ihren Blog angeklickt habe. Ich war sowieso total neben der Spur und mir wars egal was ich lesen würde, hauptsache es würde mich mal ein paar Minuten von dem Pochen in meinem Kiefer ablenken. Und das tat es dann auch - und sorgte obendrein dafür, dass ich für eine Weile ne gehörige Portion Selbsthass abbekam, weil ich wie so'n Jaul-Emo aufm Sofa rumhing, mir so verflucht leid tat und Dinge über Schmerzskalen schrieb, bei denen eine 9,5 auf meiner Messlatte grad mal bei anderen knapp die 4 touchiert, weil man für manches ganz andere Dimensionen braucht. Shame on me, echt. Bööh!
Was ich dort gelesen hab, hat mich wirklich berührt. Und hätte ich nen Hut aufgehabt, hätte ich ihn gezogen - und noch alle Hüte, die ich sonst noch irgendwo gefunden hätte, weil diese 42jährige Frau, die dort im Krankenhaus gegen den Krebs kämpfte, trotz allem niemals jamerte, niemals den Mut verlor, und einfach so unglaublich war, dass es mich erschüttert hat.
Ja, war.
Die letzten Tage war es ruhig, auf ihrem Blog, der letzte Eintrag war vom 18.10.. Ich habe öfter mal vorbeigeschaut, mir seit Dienstag bereits Sorgen gemacht. Sowas Blödes, echt - ich kenn die Frau gar nicht. Ich hab ihren kurzen Leidensweg seit ca Ende August in ein paar Blogeinträgen verfolgt und das nichtmal wochenlang, sondern geballt an einem Tag, sie könnte mir fremder eigentlich gar nicht sein! - aber ich hab mir trotzdem Sorgen gemacht. Weil ich sie irgendwie so sympathisch fand, wie sie davon erzählte, dass die Medikamente gegen ihre Höllenschmerzen dafür sorgen, dass ihr Bauch sich so schlimm aufbläht und sie Visionen davon hat, wie sie unter der Decke schwebt. Immer mit nem Smiley dahinter. :-) Sie wollte nicht aufgeben. Und ständig gab es Rückschläge, noch mehr Schmerzen, Lähmungen. Aber sie machte weiter Smileys. Und hatte Hoffnung. Und selbst als sie für sich selbst erkannte, dass es langsam zuende ging, weinte sie zwar - aber sie jammerte nicht. Mein Respekt vor ihr ist wirklich grenzenlos.
Als ich vorhin bei ihr vorbeischaute, hab ichs dann gelesen. Dass sies geschafft hat. Und gestern abend, um kurz nach 22 Uhr gestorben ist. Und jetzt sitze ich hier und könnte heulen, weil mich die Nachricht irgendwie eben frontal getroffen hat und ich vl im Hinterkopf immer dachte, dass Menschen mit solchen "positive Vibrations" keinen solchen Kampf verlieren sollten. Oder ich habe irgendwie geglaubt, dass Menschen, die ein Onlinetagebuch führen, einfach nicht sterben können, weil doch so viele andere an ihrem Leben teilhaben und... hm. Ich weiß auch nicht. Vielleicht muss ich auch grad realisieren, dass dies die Realität ist. Und in Blogform gepresste Geschichten anderer Menschen, so fremd sie auch sind, alle Ausschnitte aus Leben sind, die gerade passieren - keine Filme. Nichts mit Happy End. Und alle mit offenem Ende.
In Hinblick auf die Schmerzen, den kompletten Leidesweg (zum "Glück" nur ein paar wenige Wochen, so wie's zuletzt klang, es schien doch sehr schnell gegangen zu sein - anders als bei meinem Onkel, der 12 Jahre an Leukämie litt bevor er starb) bin ich zumindest glücklich, dass es nun zuende ist.
Liebe M.,
ich wollte dir danken, dass du diese letzte Episode deines Lebens aufgeschrieben hast, um sie zu teilen. Das zu lesen, hat dafür gesorgt, dass ich einiges wieder in die richtigen Relationen bringen konnte und ich bewundere dich für deine Kraft und deinen Mut, deine Energie und den Willen, nie aufzugeben, egal wie hart das Leben zuschlägt.
Ich bin irgendwie glücklich, dich kurz "getroffen" zu haben, wenn auch nur für einen ganz kurzen Moment. Du hast auf jeden Fall etwas hinterlassen, was mir ein großes Stück bei mir selbst geholfen hat.
Ich wünsche dir da oben alles Gute und freu mich für dich.
Und deinen Hinterbliebenen wünsche ich deine Stärke.
I'm glad you made it.
Werbung